Sechs Scheißtage und ein Sonntag

 

Alex lebt für den Fußball, für seinen Club. 6 Tage in der Woche fiebert er dem Sonntagnachmittag entgegen, den 90 Minuten im Stadion. Die Gemeinschaft der Fans, die Stimmung auf der Tribüne, die Gesänge, die Spannung, die sich ins Unerträgliche steigert und im ersehnten Torjubel ausbricht. Ach, es könnte so schön sein, wenn das ganze Leben so wäre wie der Sonntag.

Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr. Alex hält die anstrengende Arbeit im Beruf, die Lieblosigkeit seiner Frau, die Launen seiner Kinder, die Ebbe im Geldbeutel, ohne zu klagen aus und freut sich 6 Tage lang auf das Spiel. Eine kurze Zeit der Freude, eine lange Zeit des Wartens und der Entbehrung, von der Anzeigentafel des Lebens leuchtet ein 1:6.

1:6 ist ein Ergebnis, bei dem man verschämt das Stadion durch den Hinterausgang verlässt. Jedoch im Lebensalltag ist das 1:6 für einen großen Teil der Bevölkerung Realität. Sechs Scheißtage für einen Sonntag. 

Für bessere Alltagsabläufe kann man leider gar nichts tun. Die Kinder, der Job, die Termine, die Aufgaben und Verpflichtungen fressen die Zeit auf. Es bleibt nichts Anderes übrig, als auf das nächste Spiel zu warten. So denken viele und verlieren Woche für Woche das Spiel ihres Lebens mit 1:6. Dass dies mit der Zeit eine Abwärtsspirale in Gang setzt und man sich alsbald nichts mehr zutraut, wissen nicht nur die Anhänger von Fußballmannschaften, die immer verlieren und am Tabellenende stehen. Solche Erfahrungen machen viele Menschen in ihrem Leben.

Eine andere Taktik wäre notwendig, eine andere Spiel- oder Lebensweise. Hin und wieder ein 4:3, ein 5:2 und manchmal sogar ein 7:0, das wären Erfolgserlebnisse, die Auftrieb und Freude bringen. Wie kann man das machen?

Bleiben wir in der Fußballersprache. Ein neuer Trainer betrachtet jeden einzelnen Mannschaftsteil, hebt die Stärken hervor, verringert die Schwächen und ändert die Spielweise. Er sorgt für ein gutes Miteinander in der Mannschaft und erzeugt eine positive Stimmung. Diese positive Stimmung setzt bereits dann ein, wenn man anfängt, sich mit der Situation zu beschäftigen und den Silberstreif am Horizont entdeckt, auf den man zuschreiten kann. Man hat dann schon mal eine Richtung und mit jedem Schritt in diese Richtung wird die Stimmung heller und die Zuversicht größer.

Wenn man die Menschen beobachtet, stellt man fest, dass alle die 1:6 Methode in ihr Leben integriert haben. Man träumt vom Urlaub, vom Sonntag, von Events. Selbst im Radio versucht der Moderator die Stimmung der Zuhörer aufzuhellen, indem er am Montag schon wieder auf das nächste Wochenende hinweist und am Mittwoch die Hälfte des Weges zum Wochenende lobpreist. In der Werbung werden die billigen Reisen, die preisgünstigen Flüge und alle möglichen Freizeitangebote angepriesen. Secret Escapes und Paradies Island, da werden Träume wahr und damit kann man eine Zeitlang verdrängen, dass man in Wirklichkeit sein Leben 1:6 verliert.

Verbessert eure Erfolgsquote! Das geht nur, wenn ihr den Alltag so umgestaltet, dass er euch Lebensfreude bietet. „Ab jetzt mache ich mir meinen Alltag schön“, so sollte das Motto lauten, denn nur so lässt sich aus den deprimierenden 1:6 Ergebnissen die 4:3, 5:2, 6:1 und 7:0 Ergebnisse machen. Viele werden denken: „Das geht doch nicht. Es gibt die Probleme in der Familie, mit der Kindererziehung, mit dem Job, mit dem Geld.“ Die nächsten Gedanken sind dann: „Ich gehe lieber am Sonntag aufs Weinfest, dann habe ich wenigstens einen schönen Tag.“ Das ist genau das Szenario, das wir an den Wochenenden regelmäßig erleben. Überall wo Veranstaltungen, Konzerte und Events stattfinden, kommen Tausende von Menschen aus allen Regionen Deutschlands. Ist das Wochenende vorbei, fahren die Menschen wieder in die Tristesse ihrer Alltagsabläufe und Berufe zurück.

Was könnte man anders machen?

Als Allererstes ist es der Gedanke in deinem Kopf. Hältst du es für möglich, deinen Alltag so umzugestalten, dass er schön ist? Das glaubt bisher keiner, willst du die/der Erste sein, der damit anfängt? Zuerst sind da die Einwände: “das geht doch nicht”, “man muss doch aber”, “das sind nur schöne Worte”, “das Leben ist kein Ponyhof”, “ich habe immer Pech”. Diese Einwände führen zum klassischen 1:6. Weitermachen und dem Abstieg entgegen gehen oder umsteuern und “deinem Schicksal” eine neue Chance geben, es ist deine Entscheidung. Hier ein paar Anregungen, die dir weiterhelfen werden:

Schaue deine normalen Abläufe an. Frage dich ob du in deinen Überlegungen und Planungen den Alltag für eine unausweichliche Pflichtveranstaltung hältst und für deine Lebensfreude die Freizeit an die erste Stelle setzt? Überlege, wie viele Stunden des Tages, der Woche, des Monats, des Jahres auf diese Freizeitgestaltung entfällt. Das Verhältnis zwischen Freizeit und Alltag wird regelmäßig 1:6 sein.
Indizien für deine Freizeitorientierung sind, dass du sofort wegfährst, sobald du Urlaub hast, dass du dich häufig auf den Straßen wiederfindest, um zu einem Event zu gelangen. Überlege wenn du auf den verspäteten Flieger wartest, am Wochenende im Stau oder abends in der Schlange vor einer Eintrittskasse stehst, ob du nicht gerade das 1:6 Szenario unterhältst. Nutze diese Zeit, um zu überlegen, was du in deinem Alltag verbessern könntest, damit du ein anderes Ergebnis erzielen kannst als das ewige 1:6.

Den Alltag verbessern bedeutet:

  1. Schaue wo du in Ohnmachts-Situationen steckst, wann diese Ohnmachtssituationen entstehen, wie oft sie auftreten, wodurch sie ausgelöst werden. Löse diese Ohnmachten energetisch auf, immer und immer wieder, so lange, bis du wieder die Herrschaft über dein eigenes Leben hast.
  2. Schaue wo du Ängste hast. Das können Ängste sein, dass du nicht genügst, dass du etwas falsch machst, dass du nicht geliebt wirst. Es können auch Ängste sein, dass das Geld nicht reicht, das du deinen Job verlierst, dass du krank werden könntest oder dass etwas Unvorhergesehenes passiert.
    So lange Ängste dein Leben bestimmen, kannst du nicht tun was du willst.

  3. Schaue wo du Lügen oder Süchte hast. Wo redest du dir das Leben, die Beziehung, die Nachbarschaft, die Wohnsituation, die Parkplatzsituation vor deiner Wohnung, den Verkehrslärm usw. schön? Greifst du zu Alkohol, Zigaretten oder Tabletten, um den Alltag aushalten zu können? Oder bist du ständig damit beschäftigt, Ablenkungen zu suchen, um aus der Situation zu entfliehen?
  4. Schaue wo du von Erwartungen Anderer überlagert wirst. Wo und wann verbiegst du dich, um Anderen zu gefallen. Wo hältst du dich für verpflichtet, etwas zu tun, was du eigentlich nicht tun willst? Wo machst du dir Sorgen um jemanden? Wo fühlst du dich schuldig wegen irgendwas?

Nach und nach wird sich das Ergebnis vom bisherigen 1:6 verändern zu einem 2:5, 3:4, 4:3, 5:2, 6:1, 7:0. Stelle dir vor, dein Leben wäre schön, genau dort wo du bist und was du machst. Immer und nicht nur ausnahmsweise. Das geht!

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